Sind wir auf dem rechten Auge blind?

Jedes Jahr werden durchschnittlich 20.000 rechtsextreme Straftaten in Deutschland begangen, davon sind 900 bis 1000 Gewalttate. Die Dunkelziffer dürfte höher sein, da rechtsextreme Taten in Statistiken meist nicht als solche bezeichnet werden.

Der deutsche Anti-Rassismus-Verein ‘Aktion Courage’ stellte mindestens 70 gewaltsame Polizeiübergriffe auf Migranten fest, die sich zwischen 2000 und 2003 ereigneten. Laut Bericht wurden alle 70 Personen unverschuldet Opfer von Gewaltverbrechen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. In drei Fällen kam es zum Tod. Auch hier dürfte die Dunkelziffer weit aus höher sein, da die meisten Opfer aus Angst keine Anzeige erstatten. Im Herbst 2004 wurde ein farbiger beleidigt und geschlagen. Die Polizisten wurden freigesprochen – das Opfer wegen Beleidigung verurteilt. So ergeht es den meisten Migranten und Migrantinnen die sich wehren.

ADB:Wurden die Polizisten trotzdem verurteilt?
Charles B.: Nein, ich hatte keine Chance vor Gericht. Der Richter hat der Polizei geglaubt, aber mir nicht. Er fragte mich sogar in der Verhandlung, wie es sein könnte, dass ich Deutscher bin, obwohl ich schwarze Hautfarbe habe. Dass ich mich für meine deutsche Staatsangehörigkeit vor einem Richter rechtfertigen muss, zeigt wie weit der Rassismus in Deutschland verbreitet ist. Die Polizisten wurden freigesprochen und ich musste 150 Euro wegen einer Beleidigung zahlen, die ich nie gesagt hatte. Nur weil ein Polizist meinte, dass ich ihn vielleicht „*** oder so“ genannt hätte. Ein Afrikaner wird niemals Gerechtigkeit bekommen.

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Was haben die Banken mit der Eurokrise zu tun?

Unbemerkt von den Bürgern saß die Bundesregierung mit den Bankenlobbyisten zusammen an einem Tisch, um die Finanzmärkte zu retten. Die im Frühjahr 2003 gegründete Initiative “Initiative Finanzstandort Deutschland”(IFD) war nach eigenen Angaben für “alle Bereiche der deutschen Finanzwirtschaft” zuständig, bzw. wollten zuständig sein.

Die Initiative hatte folgende Mitglieder (ohne assoziierte):

Allianz, Dresdner Bank, BayernLB, Bundesministerium der Finanzen, Deutsche Bank, Commerzbank, DekaBank, Deutsche Börse Group, DZ Bank, Deutsche Bundesbank, Morgan Stanley, Münchener Rück, HypoVereinsbank, Deutscher Sparkassen- und Giroverband, KfW Bankengruppe, Postbank, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Bundesverband deutscher Banken, Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken
Seit 2011 ist die Initiative nicht mehr aktiv, Spuren im Internet wurden weitestgehend gelöscht.(1)!!!

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Gender studies

Die Gender Studies (in der deutschen Entsprechung selten auch als Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung bezeichnet) sind ein heterogenes Feld, in dem es um die wissenschaftliche Analyse der Entstehung, der Relevanz, der Geschichte und der Praxis der Geschlechterdifferenz geht.

Eine Richtung der Gender Studies beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen den sozial und kulturell konstruierten Geschlechtern. Eine andere und weiter verbreitete Richtung beschäftigt sich mit Prozessen der Unterscheidung von solchen Geschlechtern, die dazu führen, dass uns sozial meistens zwei Geschlechtsausprägungen gegenübertreten. Die Geschlechterforschung ist sowohl Kultur- als auch Sozialwissenschaft. Sie ist immer interdisziplinär. Vor allem in den Sozialwissenschaften werden in den Gender Studies die Beziehungen der Geschlechter untereinander untersucht. Geschlecht wird in diesem Zusammenhang als soziokulturelle Konstruktion verstanden (gender), die auch die Dimension Sexualität (sex) berücksichtigen muss. Gender meint also weniger das biologische, als eher das soziale Geschlecht. Weiterlesen »

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Die Lüge von der Systemrelevanz

Ein lesenwerter Artikel im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen von Albrecht Müller.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kapitalismus/euro-krise-die-luege-von-der-systemrelevanz-11537333.html

Albrecht Müller, Jahrgang 1938, war Leiter des Planungsstabs unter den Kanzlern Brandt und Schmidt. Heute ist er Herausgeber von www.NachDenkSeiten.de.

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Jom haShoah – so denken die Juden heute über den Holocaust

Artikelserie des jüdischen  deutschprachigen Webportals haGalil.com

Gedenktag für die Opfer der Mordaktionen in Europa und die Helden des Widerstands

Wir machen keine Vorwürfe sondern wir machen uns Sorgen. Es ist nicht unsere Absicht nichtjüdischen Menschen ein schlechtes Gewissen zu bereiten. Wir trauern, weil uns die Ermordeten fehlen. Es geht uns nicht darum, Gedenktage oder Denkmäler einzuklagen. Wir denken jeden Tag an jene, die uns fehlen und an das was ihnen geschehen ist.

Der Grund für unser Reden ist Hoffnung. Wir hoffen auf Verantwortung und Fürsorgen, auf das Wissen um die Verletzbarkeit des Menschen und auf die Angst vor der Vernichtung der Freiheit und der Welt.
Wir hoffen, daß Sorge und Schmerz die Wiederkehr des Schreckens und des Terrors nicht zulassen werden. Wir glauben, dass es unter Menschen immer mehr Gemeinsames als Trennendes geben wird – und wir glauben, dass G’tt seine Welt nie vergessen hat und sie niemals vergessen wird. Weiterlesen »

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Gewalt

Unter den Begriff Gewalt (von althochdeutsch waltan – stark sein, beherrschen) fallen Handlungen, Vorgänge und Szenarien, in denen bzw. durch die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd und/oder schädigend eingewirkt wird. Gemeint ist das Vermögen zur Durchführung einer Handlung, die den inneren bzw. wesentlichen Kern einer Angelegenheit oder Struktur (be)trifft.

Der Begriff der Gewalt und die Bewertung von Gewalt ändert sich im historischen und sozialen Kontext. Auch wird er je nach Zusammenhang (etwa Soziologie, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft u.a.) in unterschiedlicher Weise definiert und differenziert. Im soziologischen Sinn ist Gewalt eine Quelle der Macht. Im engeren Sinn wird darunter häufig eine illegitime Ausübung von Zwang verstanden. Im Sinne der Rechtsphilosophie ist Gewalt gleichbedeutend mit Macht (englisch power, lateinisch potentia) oder Herrschaft (lateinisch potestas). Zivilrecht und Strafrecht basieren auf dem allgemeinen Gewaltverbot. Weiterlesen »

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Freiheit in der Kunst

Die Welt der Kunst wird von Außenstehenden oft als ein Reservat der Freiheit angesehen. Kreative Freude anstelle von geregeltem Acht- Stunden- Job, das ungehemmte Verwirklichen von Ideen, das (farbenfrohe) Ausleben von Gefühlen: Die aktive Beschäftigung mit der Kunst erscheint denen, die von außen in diese Welt hineinlugen, als eine sehr begehrenswerte Lebensform.
Doch wie sieht es mit dieser Freiheit aus? Konnte und kann der Künstler wirklich in Freiheit seinen Intuitionen nachgehen? Oder ist auch er eingebunden in die vielfältigen Zwänge eines sozialen Miteinanders?
Lassen sie uns dies untersuchen! Weiterlesen »

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Beschneidung weiblicher Genitalien

Als Beschneidung weiblicher Genitalien (engl.: Female Genital Cutting, FGC) oder Genitalverstümmelung (englisch Female Genital Mutilation, FGM) werden Praktiken bezeichnet, bei denen die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder ganz entfernt beziehungsweise beschädigt werden. Hauptverbreitungsgebiet ist das westliche und nordöstliche Afrika.

Solche Eingriffe werden an Mädchen und Frauen vom Säuglings- bis ins Erwachsenenalter ausgeführt; in den meisten Fällen jedoch vor Beginn oder während der Pubertät. Die Eingriffe werden ohne medizinische Begründung durchgeführt, sind meist mit starken Schmerzen verbunden und können schwere körperliche und psychische Schäden verursachen.

Aufgrund dieser weitreichenden Folgen für Leib und Leben der betroffenen Mädchen und Frauen steht die Praxis seit Längerem weltweit in der Kritik von Menschen- und Frauenrechtsorganisationen. Zwischenstaatliche Organisationen wie die Vereinten Nationen, UNICEF, UNIFEM und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie nichtstaatliche Organisationen wie Amnesty International wenden sich gegen die Beschneidung und stufen sie als Verletzung des Menschenrechtes auf körperliche Unversehrtheit ein. Die Praxis ist nach dem Strafrecht vieler Staaten (unter anderem aller Staaten der Europäischen Union) eine Straftat. Weiterlesen »

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Persönliche Gedanken über das Projekt “Selektion und Shoah”

Selektion

In meinen Arbeiten bezieht sich das Wort Selektion (Auswahl, Auslese) nicht nur auf die Zeit des deutschen Nationalsozialismus. Die Konsequenz aus der Schreckensherrschaft des dritten Reiches haben mich zur Suche nach dem “Danach” bewegt – eine aus der deutschen Geschichte entwickelte Ausseinandersetzung, die nicht dokumentarisch oder historisch zu verstehen ist. Die jüdische Shoah mag in Deutschland für viele Menschen ein Ende gefunden haben, nicht für mich. Dieser Geist zu Unterdrückung, zur Ausbeutung bis hin zur Vernichtung von Lebensräumen und Grundbedürfnissen ist in meinen Augen noch vorhanden. Menschenrechtsverletzungen und die Vernichtung der Grundlagen zum Überleben sind für mich die Entwicklung (im weiteren Sinne) einer globalen Shoah (Vertreibung) die in der Gegenwart an vielen weiteren Orten existiert. Die Unterschiede werden weltweit größer. Die Selektion in Wohlstand und Armut liegt in aller Verantwortung. Weiterlesen »

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Gedanken zur Shoah

Ein besonderer Schwerpunkt der aktuellen Arbeit von Martina Jäger und Wolf Tekook ist das Thema Holocaust- Schoah. Will man versuchen zu verstehen, was passierte, warum es passierte, warum es nicht zu verhindern war, muss man – trotz der ungebrochenen Medienpräsenz des Themas – selbst nachforschen: Viel Lesen – Primär- und Sekundärliteratur, Reisen an die Orte der Katastrophe, Reden mit denen, die es überlebt haben, Besuche der Gedenkstädten – allen voran Yad Vashem in Jerusalem. Der Film Schoah von Claude Lanzmann ist zu nennen mit seinen ungestellten Interviews mit Überlebenden und ihren Häschern, die Bücher des Italieners Primo Levi, der sein Jahr in Auschwitz und die Zeit danach so eindrücklich beschrieben hat, aber auch der entsetzliche Tatsachenroman Die Wohlgesinnten von Jonathan Littell.
Im Nachfolgenden sind einige Texte zusammengestellt, die uns unmittelbar beim Thema geholfen haben. Weiterlesen »

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