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WolfTek

WolfTek

Der aus Krefeld stammende Fotocouturist Wolf Tekook glaubt, dass man mit den darstellerischen Mitteln der Kunst auf Krisen und Probleme der Gesellschaft aufmerksam machen soll. Bilder, Skulpturen und Installationen werden gesehen, regen zu Diskussionen an und können Aussagen pointieren, die in Textform weit umständlicher aufzunehmen sind.

Künstlerische Darstellungen können die eingehende, vertiefende Lektüre und Diskussionen nicht ersetzen; aber sie können den Einstieg für die notwendige Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen liefern.

Der Diskussion müssen Taten folgen, wenn nicht das bisherige Gesellschaftsgefüge nachhaltig zerstört werden soll. Welche Art von Aktionen dies sein sollen, ist für WolfTek außer Zweifel: “Eine Erneuerung kann nur aus dem System heraus stattfinden. Revolutionäre, gewaltsame Ereignisse bringen, wie die Beispiele der Geschichte zeigen, nur unendlich viel Leid für die Menschheit.” Nicht Umsturz, sondern eine behutsame, aber gezielte und kontinuierliche Weiterentwicklung der Lebensbedingungen kann die Probleme lösen.

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde den Menschen bewusst, dass eine Zerstörung der Natur auch eine Zerstörung der Menschheit als zwangsläufige Folge hat. Die Industrie schwenkte – oft zähneknirschend – auf diesen Kurs ein und baut beispielsweise heute Autos, die nur noch wenige Schadstoffe in die Atmosphäre entlassen und zudem weit sparsamer mit den Energieressourcen umgehen.

Wolf Tekook erinnert sich noch sehr gut an die Zeit, als das gesamte Ruhrgebiet durch die Abgase der Kohle- und Stahlindustrie dunkelgrau gefärbt war, die Sonne nach Passieren des Rheines in östlicher Richtung nur noch selten schien. Heute verdunkelt sich der Himmel nicht mehr, wenn man die Stadtgrenze von Krefeld nach Duisburg überschreitet.

Das Jahr 2011 brachte uns die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima – und als Folge einen deutlich beschleunigten Ausstieg aus der Energiegewinnung durch Kernspaltung.

Die Beispiele zeigen, dass auch radikale Veränderungen möglich sind, wenn nur genügend Bewohner dieses Planeten ihre Meinung artikulieren. Die produzierende Industrie kann sich umstellen; meist liegen die Pläne für umweltfreundliche Transportmittel oder Energiegewinnung aus regenerativen Quellen längst fertig in den Schubladen. Doch solange die Abnehmer diese Technologien nicht mehrheitlich fordern, wird – zum Wohle der Eigentümer – weiter auf vorhandene Maschinen gesetzt, die höhere Profite abwerfen als es eine Neuentwicklung in der Anfangsphase bieten könnte.

Die Metaebene des Geldkreislaufs ist gesondert zu betrachten. Geld ist in seiner ursprünglichen Zielsetzung nur ein Hilfsmittel, um einen Warentausch von einander unbekannten Menschen zu erleichtern. Braucht der Bäcker etwa eine Wurst für den Mittagstisch, so stellt er Brötchen her und verkauft sie an diejenigen, die Brötchen brauchen. Als Gegenleistung erhält er Geld, das er bei einem beliebigen  Metzger seiner Wahl gegen eine Wurst eintauschen kann.

Im Kleinen funktioniert die Rolle des Geldes als Tauschmittel. Doch die Hüter des Geldes, die Banken, haben in den letzten Jahrzehnten erkannt, dass man den lästigen Umweg über die Waren eigentlich ausklammern kann; wenn Geld nur noch um seiner selbst willen existiert, lässt es sich deutlich leichter bis ins Unendliche vermehren – für Wenige. Die Zeche zahlen dann die Verbraucher, denen Innovationen vorenthalten werden, weil die Entwickler keine Kredite von den Banken bekommen, die Arbeitnehmer, die zum frühestmöglichen Zeitpunkt ihre Arbeit verlieren, weil Automaten doch die Arbeit viel kostengünstiger und mit weniger Ausfallrisiko übernehmen können.

Was zu selten bedacht wird: Wenn es keine abhängig Beschäftigten mehr gibt, dann gibt es auch keine Käufer mehr für die inzwischen sehr kostengünstig produzierten Waren, und irgendwann wird das Kartenhaus des sich selbst vermehrenden Geldes einstürzen.

Dies sind nur einige Beispiele für Probleme der Menschheit, auf die die Kunst aufmerksam machen kann; viele weitere werden folgen. Systemrelevante Kunst – siehe den Artikel hierzu  kann nicht statisch sein; sie wird sich stets neuen Herausforderungen stellen müssen.

Aber es ist wichtig!

Einen Komplettüberblick über die künstlerische Aktivität von Wolf Tekook finden Sie auf seiner Homepage.


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