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Mustafa Çelebi

MuhabbetciGeboren 1974 in Krefeld.
Autor, türkisch – deutscher Artikel.

Schwerpunkte: Soziale Ausgrenzung von Minderheiten, Integrationsdebatte, Sozialpolitische Kritik und Religion

Einige meiner Artikel sind in Printmedien erschienen, wie z.B. in der ‘Zeit’ und in “der Freitag”. Zurzeit arbeite ich an einem Buch über den Islam (türkisch) und habe vor ein ähnliches Buch in deutscher Sprache zu schreiben. Der Umgang mit den ‘Ausländern’ oder wie ich es lieber bezeichne ‘Gastarbeitern’ liegt mir sehr am Herzen, da es mich unmittelbar selbst betrifft.

Obgleich ich mehrmals gemahnt wurde nicht über einige islamische Bewegungen, wie die ‘Gülen-Bewegung’ zu schreiben habe ich diese Warnungen ignoriert. Einige Gruppierungen (die ich nicht mehr namentlich nennen darf, da es gerichtlich untersagt wurde) haben es geschafft dass meine  türkische Website ‘Soncemre Platform’ in der Türkei auf die Liste der verbotenen Medien gesetzt wurde. Die meisten türkischen und deutschen Artikel sind soziopolitischer Natur und üben Kritik an der Mainstream-Meinung.

Ich habe 7 Jahre in Magdeburg gelebt, konnte dadurch auch den Osten kennenlernen und mir ein Bild davon machen wie der Osten für die staatlichen Interessen instrumentalisiert wird. Das Fernsehen habe ich fast komplett aus meinem Leben verbannt, da ich mit der gängigen Mainstream-Meinung / Propaganda nichts anfangen kann und ich muss gestehen, es war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich bin der Initiator der Unterschriftenaktion: “Visafreiheit für türkische Touristen” mit der ich es bis vor das EU-Parlament geschafft habe. Durch die Aktion wurde erfolgreich eine EU-Kommission -zwecks Visafreiheit- gegründet. Obwohl der Europäische Gerichtshof ( (EuGH), am 19.02.2009 Rechtssache C 228/06) klar zum Ausdruck brachte, dass die Visasperre für türkische Touristen gegen geltendes EU-Recht verstößt, sieht die Bundesregierung bis heute keinen Handlungsbedarf. Es folgten weitere Gerichtsurteile, wie die vom Verwaltungsgericht München, in dem die Richter feststellten: “Türkische Touristen dürfen für einen Aufenthaltszeitraum von bis zu drei Monaten ohne Visum und Aufenthaltserlaubnis in die Bundesrepublik Deutschland einreisen. (Az. M 23 K 10.1983).“ Selbst das Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des deutschen Bundestages kam zu dem Ergebnis, dass die Visumspflicht für Türken rechtswidrig ist.

Sehr kritisch bin ich auch mit den Großkonzernen, Banken und Staaten, die mit ersteren enge Kontakte pflegen.

Ziviler Ungehorsam wird zur heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat. (Gandhi)
Gewaltlose Widerstände halte ich, sofern sie notwendig werden, für mehr als wichtig. Große Kritik übe ich an der Verwestlichung der Menschenrechte, daher kritisiere ich die Ignoranz des ‘Westens’ gegenüber anderen Kulturen und vertrete die Meinung, dass der Westen oftmals die Menschenrechte für seine Zwecke missbraucht. Oder mit anderen Worten gefragt: “Gelten die Menschenrechte für alle oder sind sie kulturabhängig?”.

Wer sich Rassismus, Imperialismus und Kolonialismus vorwerfen muss, oder die Folterungen in Guantanamo und Abu Ghraib, den Irak-Krieg, die Herstellung und Verkauf von Waffen weltweit,  der kann sich nicht hinstellen und der Welt in Sachen Menschenrechte und Demokratie den Lehrmeister spielen wollen, ohne für seine Taten die Verantwortung zu übernehmen. Außerdem vertrete ich die Meinung, dass jeder etwas gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt unternehmen kann. Jeder Mensch kann etwas bewegen und niemand ist weniger oder mehr Wert als der andere. Niemand darf / sollte vor einer ungerechten Tat schweigen, oder anders ausgedrückt;

Schweigen mag eine Tugend sein, aber oftmals ist sie eine Schande.


2 Responses to Mustafa Çelebi

  1. Melek Baydar

    Ich denke, Provokation in der Kunst ist notwendig, um Publikum und Kritiker herauszufordern und dadurch etwas bewirken zu können.
    Kunst ist für sie Faszination und Provokation zugleich. Ein Künstler, der nicht provoziert, wird unsichtbar. Kunst, die keine starken Reaktionen auslöst, hat keinen Wert. Die bildende Kunst regt alle unsere Sinne an. Sie lehrt uns Sehen, das genaue Hinschauen. Sie aktiviert unsere Phantasie, sie weckt unsere Emotion, sie macht Freude und sie provoziert.
    Politische Kunst ist zu gleich Kritik und Ermutigung, Mahnung und Hoffnung. Sie stellt fest und bloß, sie adelt und tadelt, sie verkleidet und entkleidet, sie provoziert, brüskiert, und demaskiert, sie liefert emotionale und intellektuelle Ergebnisse. Für mich ist die Kunst moralische Instanz mit der Liebe zur Wahrheit.
    Mein Fazit:
    Künstler sprechen die ureigenste Sprache der Zeit, sie fordern und fördern kritische Selbsterkenntnis und Mitverantwortung, bringen die Leute zugleich zum Sehen, Nachdenken und manchmal auch zum Umdenken.
    Meine Kunst, ist nun einmal nicht liebliche Kunst die Wände schmückt, ich male keine Ornamente und Arabesken um das Leben, ich fordere es heraus. Das Geheimnis aller Kreativität ist doch, sich durch Schwierigkeiten herausfordern zu lassen. Nur so ist der Schöpfergeist aufgerufen Lösungen zu finden.
    Welchen Stellenwert hat die politische Kunst sonst als eine spezielle journalistische Form der Politikkritik heute? Die politische Kunst, Röntgenbild und Akupunktur zugleich, stellt täglich Fragen nach unserem Lebensstil und unserem Lebenszweck, nach dem Menschen im Schatten seines Ideals. Dabei ist sie „optisches Juckpulver“, das die Betroffenen zwingt, sich zu kratzen – und das zugleich mit einer Mischung aus saurem Hering, Honig, Schlagsahne und einem kräftigen Schuss Schwefelsäure.
    Die Zeitkritische Malerei führt heute mit beispielhafter Ethik in Zonen der Kampfansage und der Nachdenklichkeit. Sie gehört zurzeit zu den wenigen Emotionsimpulsen die ein beeindruckendes „SOS“ aussenden und dabei auch zur Zeitgeschichte werden. Wir brauchen heute die politische Kunst dringender denn je. Und sei es allein schon zum Abbau der Selbstidealisierungen und individuellen Selbstbilder im politischen Raum. Schliesslich betrachtet man die Ereignisse der globalen Ebene, nicht nur was in einem einzigen Land passiert!
    Für unsere globale Demokratie liefern die Künstler unentbehrliche Zeichen und Einsichten, die mit thermischer Beständigkeit und erstaunlich standhaftem Korrosionsverhalten, eine Akte der Verantwortung, der Moral und der Kritik ins Bild setzen. Dabei werden Problemfelder, Widersprüche aus allen Lebenssektoren ebenso zur Unterhaltung wie als Bildungsanregung mit den Mitteln der Übertreibung, der Reduktion, mit Metaphern, Allegorien oder Typisierungen zu wahrnehmungspsychologischen Ansätzen geführt.
    Man kann ja in Debatte stellen:
    „Ist die politische Kunst der demokratischste Leitartikel, weil sie vermeintlich oder idealerweise mehr Menschen verstehen bzw. dechiffrieren kann als etwa ein sprachlich komplexer Kommentar? Oder ist die Entschlüsselung gar nicht so leicht ist, wie es scheint?“
    Die zeitkritische Kunst profitiert von der Tatsache, dass man im Scherz mehr sagen kann als im Ernst. „Der Freiraum des Spaßes ist groß, natürlich gilt das auch für die Kunst, dadurch entstehen weniger durch Gesetze gegebene Grenzen.
    Weitgehend gehören Sexualität, Krankheit, Tod, Behinderungen, Glaube und Religiosität neben flexiblen Geschmacksfragen zu den Tabuzonen.
    Lassen Sie mich Ihre Jahrhundert-Frage so beantworten:
    Künstler sind Augen-Menschen mit offenen Ohren. Sie sind sowohl sie Künstler als auch Journalisten. Mich bedrückt am allermeisten, dass sie zurzeit völlig unverdient zu Stiefkindern der Kulturpolitik geworden sind, sowohl in Österreich als auch in Deutschland und in vielen anderen Ländern. Mehr als Mitleidende denn als Weltverbesserer leiden sie am beklagenswerten Zustand der Welt und reklamieren dabei indirekt eine bessere Zukunft.
    Als Zeitzeugen und Zeitgenossen sind sie das sichtbar schlechte Gewissen der Gesellschaft. Mit demokratisch freidenkendem Engagement entdecken sie so manche Sehschwäche und so manchen Sturzflug. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und so wird es auch in Zukunft trotz wachsender moderner Kommunikationsnetze bleiben, dass die zeitkritische, politische Kunst die Finger in die Wunden ihres Umfelds legt, nach dem Motto :“leidend die Wahrheit sagen“.
    Kunst ist noch vieles mehr? Kunst ist ein Kommunikationsmittel. Kunst ist subtil und nicht offensichtlich. Die Aussage stößt einen nicht vor den Kopf, der Betrachter wird einbezogen, so entsteht zwischen Betrachter und Kunstwerk ein Dialog.
    „Ich denke, Provokation ist notwendig, um Publikum und Kritiker herauszufordern. Kunst ist für sie Faszination und Provokation zugleich. Ein Künstler, der nicht provoziert, wird unsichtbar. Kunst, die keine starken Reaktionen auslöst, hat keinen Wert. Die bildende Kunst regt alle unsere Sinne an. Sie lehrt uns Sehen, das genaue Hinschauen. Sie aktiviert unsere Phantasie, sie weckt unsere Emotion, sie macht Freude und sie provoziert.“

    http://www.melek-baydar.com

  2. Anchesa

    “Schweigen mag eine Tugend sein, aber oftmals ist sie eine Schande.”

    Deshalb dürfen wir nicht mehr schweigen !

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