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Freier Wille oder Schicksal…?

Posted by on 6. Juni 2012

Viele Menschen glauben ihr Leben sei vorherbestimmt. Sie haben das Gefühl, dass ein mächtiges Etwas ihr leben regieren würde. Selbst Physiker und Hirnforscher gehen dieser Vermutung nach. Sie sagen: Die Zukunft ist vorherbestimmt.

Kann man die Zukunft vorhersehen?
Fragen die wahrscheinlich schon seit Jahrtausenden gestellt wurden. Propheten, Schamanen, Philosophen und etliche andere gingen dieser Frage nach. Die Griechen lasen in den Eingeweiden von frisch geschlachteten Tieren (Hieroskopie) oder deuteten Träume um Hinweise auf den Willen ihrer Götter zu bekommen. Den Schamanen galten alle Naturereignisse als Vorzeichen; Regen oder Donner, tierische oder Menschliche Fehlbildungen, unerwartete Begegnungen, Träume, selbst Wolken konnten ein gutes oder schlechtes Omen sein.
Propheten betätigten sich als Sprachrohr der Götter. Bekannt ist das Orakel von Delphi, das im 7 Jahrhundert v. Chr. einen beträchtlichen politischen Einfluss erlangte. Auch heute in der Moderne glauben sehr viele Menschen an das Schicksal. Auch wenn kaum einer darüber redet, so sind doch viele davon überzeugt, das ihnen ein vorherbestimmter Weg vorgezeichnet wurde. Horoskope, Tarotkarten, Wahrsager und etliche andere Hilfsmittel haben große Anhängerschaft.


Gott würfelt nicht.
Albert Einstein

Steht die Zukunft bereits fest?
Doch hinter der Frage des Schicksals stecken eigentlich zwei Fragen. Ist unser Leben vorherbestimmt und kann man sie vorhersagen? Zumindest auf die erste Frage geben Physiker eine eindeutige Antwort. „Die Zukunft steht natürlich schon fest!“. Nach der Newtonschen Physik und nach der Einsteineschen Relativitätstheorie  ist das Weltall deterministisch. Aus einem bestimmten Ausgangszustand folgt ein bestimmter Folgezustand. Ohne Möglichkeit der Veränderung oder Abweichung folgt so ein Zustand auf den Nächsten, die Kette der Folgen gehen bis ins Unendliche. Dies würde aber bedeuten, dass jeder Gedanke, jedes fallende Blatt im Augenblick des Urknalls vorherbestimmt wurde.

Alles in der Welt endet durch Zufall und Ermüdung.
Heinrich Heine

Hirnforscher  unterstützen die Theorie der Physiker. Denn laut Experimenten der Hirnforscher haben die Menschen keinen freien Willen. Schrecklicher Gedanke, da der freie Wille eines der Grundfesten des Menschseins ist. Anders ausgedrückt, wir sind Automaten die ihren Instinkten unterworfen sind. Wenn das Leben vorherbestimmt ist, dann kann es auch keinen freien Willen geben. Die Zukunft wäre unabänderlich, egal wie lange wir über eine Entscheidung nachdenken, wir würden immer zu dem Ergebnis kommen, die uns in die Wiege gelegt wurde.

Der Ziellose erleidet sein Schicksal – der Zielbewusste gestaltet es.    
Immanuel Kant

Interessanterweise leben die meisten Menschen mit dieser widersprüchlichen Weltauffassung ohne dass sie damit große Probleme hätten: Auf der einen Seite glauben sie ihr Leben wäre vorherbestimmt und auf der anderen Seite sind sie überzeugt von dem freien Willen. Doch beides zusammen ist nicht möglich. Auch die Weltreligionen haben ihre eigene Auffassung vom Schicksal.   Mit Christian Berlin, einem Evangelischen Pastor diskutierten wir einmal in dem Blog „der Freitag“ über diese und ähnliche Fragen. Die Frage lautete „ Wenn Gott  vorher wusste dass in Auschwitz tausende Juden ermordet werden, warum hat er nichts unternommen? Wusste er es aber nicht, dann wäre er kein Gott“. In der Tat ist diese Frage Haarsträubend wie die Frage nach dem Schicksal. Die Mehrheit der Muslime glauben an das Schicksal doch der Koran lehrt eigentlich etwas anderes. Seit 1400 Jahren streiten sich die Gelehrten, ob das Leben vorherbestimmt sei. Der Koran sagt dazu „Nein“. Im gesamten Koran gibt es keinen Wort für das Schicksal im klassischen Sinn. Zwar akzeptiert der Koran manche Begebenheiten als von Gott gelenkte Schicksalsschläge, akzeptiert aber zugleich nicht die Möglichkeit das gesamte Leben sei vorherbestimmt.
Mir missfällt der Gedanke nicht die Kontrolle über mein Leben zu haben, muss aber zugleich die Möglichkeit einräumen, dass selbst mir manches sehr Suspekt vorkommt. Heute wissen wir dass unsere Gene vieles in unserem Leben mitbestimmen. Wie akzeptieren dass unsere Gene eine größere Rolle spielen als wir es zugeben möchten.  Freier Wille und Schicksal, an beides zu glauben ist zwar Unlogisch aber wir machen es trotzdem.

Eines ist sicher, das Chaos vorherzusagen ist unmöglich. Um dies tun zu können müsste man den Zustand aller Atome im Universum zu jedem Zeitpunkt kennen. Dann müsste man wissen an welchem Ort sich jedes Teilchen befindet zu jener Zeit die man vorhersagen möchte. Daher ist die Möglichkeit die Zukunft vorhersagen zu können nur eine Illusion.
Freier Wille oder Schicksal?
Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten…noch nicht!

Mustafa Çelebi

 

Quellen:

Koran

Thora

P.M.

4 Responses to Freier Wille oder Schicksal…?

  1. Anchesa

    Ich glaube nicht, das alles einem freien Willen unterliegt.
    Dafür gibt es zu viel Elend und Leid auf dieser Welt. Ich denke, es sind die äußeren Umstände, die Einflüsse und Faktoren, die unser Leben bestimmen – und ja, vielleicht auch
    ein wenig Vorherbestimmtes, oder sagen wir – Unbeeinflußbares. Vielleicht kann man ein wenig den Trend ändern, nicht aber die Richtung des Lebens.

  2. Ulrich Pfister

    Kunst ging und kann nie in die Tiefe gesellschaftspolitscher und historischer Phänomene eindringem, immer nur beschreibend, war in der Regel Herrschaftskunst. Vor allem bei der Musik kann man das nachhören. Der Wille zum Widerstand war immer gross, ohne Konsequenz. Das Hire and Fire ist für alle immer noch dasselbe, war bei Hayden so, als grosser Musiker konnte er sich vor der Beschneidung retten, anders als seine Jungs. Den freien Willen, ach, eine demokratigolische Grundlage gibt es nicht, weder bei sich selbst und anderen. Das Spiel der Demokratie heisst immer noch: wer herrscht! Und die Verwurstellung von politischer und philosophischer Bedeutung erklärt Realität mit Macht ohne Kompetenz.Nubier; Ägypter; Griechen; Römer und andere. Die Nazis haben es verstanden, alles zu vernichten, sie haben aber versagt beim vernichten. Der Impuls des Lebens pulst mit Erinnerung ganz aktuell. lgu

    • Martina Jäger

      Danke für den Beitrag, Ulrich Pfister: Eine Beschreibung oder eine Darstellung kann auch ein Eindringen sein, denke ich. KDie Verbndung der kulturellen Möglichkeiten ist ein guter Weg. Bildende Kunst für sich wird oftmals nur für den Augenblick bewegen. Das bildhafte Eindringen nimmt nicht unbedingt eine möglichst genaue Beschreibung einer eines Ereignisses in Anspruch. Ob Kunst, Religion, Wirtschaftstheorien, Ideologien und Weiteres – Die Geschichte bewegt sich in einem Kreislauf, was mich nicht abhalten wird, zu bewegen und einzudringen.

  3. Martina Jäger

    Eine wichtige Auseinandersetzung über ethische und wissenschaftliche Vorstellungen und Forschungen, die eben die Gegenwart betreffen. Je mehr ich mich mit der “Sache” befasse, um so klarer wird mir selber, dass eine genauere Bestimmung des Zusammenspiels von Schicksal und freiem Willen nicht möglich ist. Der freie Wille an sich findet schon unterschiedliche Interpretation in der Philosophie – auch hier bietet Kant interessante Impulse. Die Kunst selber geht meines Erachtens in Aussagen nicht so in die Tiefe. Vielleicht, weil sie individueller orientiert ist und das in der Regel vielleicht nicht als notwenig sieht. Aber so muss es nicht sein.

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