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Das wahre Verbrechen

Posted by on 21. Juni 2012

Die wahren Naturkatastrophen entstehen durch die globalisierte Weltwirtschaft oder anders ausgedrückt; Armut wird heute künstlich produziert.

Wer die Meinung vertritt dass Steueroasen etwas exotisches oder finstere Nebenschauplätze der Weltwirtschaft wären ist im Irrtum. Sie liegen vielmehr mitten im Zentrum des globalisierten Weltwirtschaft. Mehr als die Hälfte des Welthandels durchläuft eine der Steueroasen, jeder multinationale Konzern bedient sich ihrer in regelmäßigen Abschnitten. Ihre größten Nutznießer sind Banken und Großkonzerne. Dabei geht es nicht um Steuern sondern um Flucht vor dem Gesetz, Flucht vor ordentlichen Finanzmarktregulierungen und um Flucht vor demokratischer Kontrolle. Der britische Journalist schreibt in seinem Buch über die Steueroasen dieser Welt, mit dem besonderem Augenmerk auf den Finanzschauplatz Schweiz, »einer der weltgrößten Aufbewahrungsorte für schmutziges Geld, der 2009 etwa 2,1 Billionen Dollar auf Offshore-Konten beherbergte«.


Es ist möglich die ganze Welt zu ernähren aber es ist unmöglich die Gier eines einzelnen Menschen zu stillen!
Doch nicht nur die Schweiz agiert so schizophren sondern auch die Bundesrepublik Deutschland und auch alle anderen westlichen Länder.  Denn Armut entsteht nicht allein durch Steuerhinterziehung der Großkunden sondern auch durch Subventionen der EU. Die OECD-Staaten haben letztes Jahr 350 Milliarden Dollar an Produktions- und Exportsubventionen für ihre Bauern ausgegeben. Heute kann man auf jedem afrikanischem Markt deutsches, italienisches oder französisches Gemüse für ein Drittel des Preises gleichwertiger afrikanischer Produkte kaufen. Der afrikanische Bauer, der 15 Stunden am Tag unter brennender Hitze sich abrackert, hat nicht die geringste Chance mehr auf ein Minimaleinkommen. Keine Naturkatastrophe trägt die Hauptschuld am Hunger der Afrikaner sondern die EU-Agrar-Dumping Wirtschaft! Meiner Meinung nach müsste man dieses Verbrechen als ein Genozid bezeichnen, wenn nicht sogar ein neuer Holocaust!
Das eigentliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist aber wenn Nahrungsmittel verbrannt werden um Biotreibstoff zu gewinnen. Seit der Produktion von Bioethanol hat sich die Welternährungssituation radikal verändert. Die Tonne Getreide kostete im Januar 2007 ca. 152 Dollar, heute sind es 400 Dollar! Kein Land, der Nahrungsmittel importieren muss kann da mithalten. Es sind keine Abfälle wie manch einem suggeriert wird sondern ganz normales Gemüse. In Zahlen ausgedrückt; Letztes Jahr haben die Amerikaner 138 Millionen Tonnen Mais und mehrere Hundert Millionen Tonnen Weizen verbrannt, um Bioethanol und Biodiesel herzustellen. Während der gleichen Zeitspanne stieg die Zahl der Hungernden um 44 Millionen Menschen an!

World Food Report: die Weltlandwirtschaft in der heutigen Entwicklung könnte problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren.

Millionen Tonnen von Nahrungsmittel werden von Supermärkten und Bäckereien in den Müll geworfen, ohne dass irgendjemand davon einen Nutzen hätte. Oder mit den Worten Jean Zieglers:

“Es geht nicht darum, das Brot, das hier weggeworfen wird, zu transportieren und dann als Trockenbrot den somalischen Flüchtlingen zu geben. Das wäre ja totaler Blödsinn. Es geht darum, den Konzernen die Produktions- und die Konsumstrukturen zu entreißen, zu sagen: Es gibt ein Recht auf Nahrung, es wird produziert, und die Nahrungsmittelmenge wird so verteilt, dass jeder Zugang zu Leben spendender Nahrung hat.”

Ärmere Länder können sich nicht einmal eine regelmäßige Vertretung am Hauptsitz in Genf leisten. Sie werden im Nachinein über Beschlüsse informiert. Selbst wenn sie sich querlegen würden, so wüssten sie sehr wohl was passieren würde. Wenn also die IWF oder die Welthandelsorganisation (WTO) offiziell von “einstimmigen Beschlüssen” redet so ist dies eine Lüge. Mit der Realität hat das nichts zu tun.
Für den Kulturkritiker Carl Amery ist dies ein Kennzeichen einer neuen weltumspannenden Religion, einer neuen “Reichsreligion”. Diese Religion des Kapitalismus bleibt anonym, sie kleidet sich in pseudowissenschaftliches Gewand.

»Globalisierung« ist also zu einer leeren Worthülse geworden, hinter der sich die Raffgier der Reichen gegenüber den Armen bequem verstecken kann.

Jean Ziegler schildert ein Gespräch mit einem Dokumentarfilmer, der voller Zorn über die Auswirkungen der IWF-Maßnahmen im Niger war und fragte: »Wird es eines Tages einen Nürnberger Gerichtshof für diese Leute geben?« Es wird ihn nicht geben – denn die neue Tyrannei, die den Planeten täglich mehr in den Griff bekommt und das letzte aus ihm herauszupressen versucht, hat kein Gesicht, keinen Tyrannen an der Spitze. Ziegler schildert selbst das eher »gut bürgerliche« Leben der internationalen Beamten etwa des IWF, die z. B. in der Umgebung Washingtons die selben Clubs wie die Beamten des US-Finanzministeriums besuchen und die, auch wenn sie viel ins Ausland reisen, nie mit eigenen Augen ein Elendsviertel zu Gesicht bekommen. Sie leben in einem Elfenbeinturm. Es interessiert sie nicht, welche sozialen Auswirkungen ihre Maßnahmen haben: »Kein Zweifel trübt ihr Gewissen.«

Wie viele Millionen müssen getötet werden damit man von einem Genozid spricht? Ab welcher Menge an Menschenopfern muss die Spitze dieser Großkonzerne und Banken sich vor einem neuen Nürnberger Gericht verantworten? Ich gebe zu dass ich ein “Ketzer”bin. Ich widersetze mich dieser neuen Reichsreligion und unterwerfe mich nicht vor ihm. Überall auf der Welt gibt es Menschen die ihre eigenen Banken gründen um Kredite zu geben ohne Zinsen, Supermärkte, Genossenschaften und vieles mehr. Die Weltwirtschaft sieht dies mit Argwohn und versucht mit allen Mitteln dieses  zu verbieten. Wenn die Werbung uns glauben machen möchte dass “Geiz ist Geil” richtig wäre, so ist dies eine Lüge!
Mitnichten! Geiz ist nicht Geil!

Haben und nicht geben ist in manchen Fällen schlimmer als stehlen.
Marie von Ebner-Eschenbach

Der Kirchenkritiker Prof. Hubertus Mynarek “…Sie geht immer in die gleiche Richtung, nämlich hin zu Macht und Geld. Die Kirche hat sich nur den Deckmantel der Religiosität übergestülpt…”

Wenn die Caritas und die Diakonie der zweitgrößte Konzern nach Daimler Chrysler ist, also größer als die Telekom und die Post, dann sollte man sich nicht wundern dass die Kirchen einen Vermögen von ca. 500 Milliarden € ihr eigenen nennen darf. Allein der jährliche Vermögenszuwachs belaufen sich auf über 1 Milliarde €. Soziale Einrichtung wie Schulen, Kindergärten und Altenheime werden zu 90% vom Staat finanziert.

Der Journalist und Buchautor Matthias Holzbauer erklärt in seinem Kurzreferat dazu:

“Das eine hat mit dem anderen kaum mehr etwas zu tun. Schon in der Frühzeit des Christentums rissen die „Hausmeister und Buchhalter“, Älteste (Presbyteroi, zu Deutsch „Priester“) und Aufseher (Episkopoi, „Bischöfe“) die Macht an sich und errichteten eine hierarchische Kirche, die der Nazarener nie wollte. Kulte und Zeremonien aus dem Heidentum wurden übernommen. So stammt der Titel „Papst“ aus dem Mitthraskult und der Zusatz „Pontifex Maximus“ bezeichnete zunächst den obersten Wächter des altrömischen Götterkultes und dann den Namen für den römischen Kaiser.” und der Kirchenkritiker Prof. Hubertus Mynarek antwortet auf die Frage „Wohin die Reise der Kirche gehe?“ mit einer klaren Aussage: “Sie geht immer in die gleiche Richtung, nämlich hin zu Macht und Geld. Die Kirche hat sich nur den Deckmantel der Religiosität übergestülpt. Im Katechismus wird dagegen klar verlangt, dass als letzte Instanz nicht das eigene Gewissen recht hat, sondern die Lehrmeinung der Kirche. So schiebt sie geschickt zwischen Mensch und Gott den Priester; und die Selbstständigkeit der Gläubigen auf ihrem Weg hin zu eigener Religiosität geht verloren. Sie werden abhängig. Das habe Jesus nicht gewollt. Er wollte keine Priester einsetzen.”

All diese Partner, Hand in Hand, tragen die wahre Schuld an dem Hunger dieser Welt. Hunger, Armut, geringes Einkommen entsteht nicht durch Naturkatastrophen wie im üblichen Sinne, sie wird künstlich heraufbeschworen. Ein moderner Dämon, ein neuer Satan. Seine Macht aber ist nur so lange von Bedeutung, so lange wir es ihm gewähren und seine Macht akzeptieren. Wenn die Akzeptanz nicht mehr da ist und der Geist des Volkes anfängt zu rebellieren, wer vermag dann diese Macht zu zähmen? Noch geht es dem Europäer zu gut, doch die nächste Krise wird kommen.

Quellen:
Shaxson, Nicholas
Schatzinseln
Jean Ziegler
DW
Hunger-Statistik | UN World Food Programme
Foto: Haberler.com

2 Responses to Das wahre Verbrechen

  1. Sarah Haberkern

    Hat mir gut gefallen der Artikel zum Thema systemrelevante Kunst

    LG

  2. Sigrid Blanke

    Hallo, jedes Wort, das Sie schreiben trifft mich mitten ins Herz. Besser kann man es nicht ausdrücken. Nur wie kann man das verändern? Ich habe immer gedacht, dass, wenn die Zustände unübersehbar werden, die Menschen aufwachen aus ihrem Konsumrausch und nicht mehr mitmachen. Aber dem ist leider nicht so. Jeder kann das in seinem unmittelbaren Umfeld sehen. Es ist als ob man eine andere Sichtweise hat und eine andere Sprache spricht. Die meisten wollen nicht sehen, nicht nachdenken, nicht darüber sprechen. Die Hauptsache ist, Ihnen geht es gut. Dabei sind wir es doch, die die Verbrechen erst möglich machen durch unser Schweigen. Wir lernen einfach nicht aus der Geschichte. Alles Gute! Sigrid

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